Massaikinder

Das Volk der Massai und ihre Kultur

Die Massai sind ein hamitonilotisches Hirten- und Kriegsvolk. Mit ihren Rinderherden durchziehen sie als Halbnomaden die Dornbusch- und Grassavannen Nordtansanias und Südkenias. Das Massailand ist in 12 Stammesgebiete aufgeteilt. Die Massai sind lang aufgeschossene Menschen schwarzbrauner Hautfarbe mit schmalen Lippen und hoher Stirn. Die Massaimänner fallen schon von weitem durch ihre roten Gewänder auf. Die Krieger tragen stolz ihre Speere, Schmuck bedeckt Stirn, Arme, Beine und Ohrläppchen, rotbraune, ins Haar geflochtene Strähnchen fallen in den Nacken. Frauen und Kinder haben das Haupthaar geschoren. Bei Festen bemalen sich Männer und Frauen mit einem Gemisch aus roter Erde, Tierfett und Wasser. Das Zuhause der Massai ist der Kral. Ein solches Boma (=Weiler) besteht aus einem Doppelkreis von Dorngestrüpp, das nach außen vor wilden Tieren schützt. Im Innenkreis sind nachts Rinder, Ziegen und Schafe. Zwischen den beiden Dornzäunen liegen die Hütten, etwa 1.60 m hoch, aus Pfosten und Stecken als Fachwerk gebaut und mit einem Lehm-Kuhdung-Gemisch bestrichen. Darin befindet sich etwas erhöht die Schlafstätte für Mutter und Kinder, davon getrennt die des Mannes. In der Mitte ist die Kochstelle, Feuerholz an der Seite, dazu einige Aluminiumtöpfe. Kalebassen mit Milch, Rinderblut und Wasser liegen am Kopfende der Frau. Es ist ihre Aufgabe, die Hütte zu bauen. Die Polygamie gehört zu der Kultur der Massai.

 

Vermutlich wanderten die Massai aus dem fruchtbaren Halbmond dem Nil folgend nach Ostafrika ein und erreichten etwa im 15. Jahrhundert das Gebiet des heutigen Kenias. In ihrer Kultur dreht sich alles um das Rind – die Massai glauben, dass alle Rinder dieser Welt ihnen gehören. Im Leben der Massai spielen – wie bei allen Naturvölkern – Riten eine wichtige Rolle. Eine herausragende Stelle nimmt dabei die Beschneidung ein. Damit werden die Jungen in die Gruppe der Krieger aufgenommen. Aber auch Mädchen werden mit Eintritt in die Pubertät beschnitten. Den Zeitpunkt dafür bestimmt der Leiboni, der Medizinmann. Für seine kultischen Handlungen wird er mit Rindern entlohnt. In einem Gebetsritual wenden sich die Frauen an Gott, indem sie Milch aus einer Kalebasse nach Norden, Süden und Osten versprengen und dabei Bitten um Gesundheit, viele Kinder und Rinder aussprechen. Interessant ist, dass sie an ihren heiligen Orten Opfer darbringen – beispielsweise makellose Lämmer.


In der Massaisteppe ist der ganze Lebensrhythmus vom Wasser abhängig. Grundwasser und Regenwasser sind rar. Regen- und Trockenzeit bestimmen den Jahreszyklus. Sobald der erste Regen fällt, erwacht die Natur. Doch Dornen, Dornen gibt es überall. Dornen und Disteln soll der Acker gemäß Genesis 3: 18 dem Menschen tragen. Nirgendwo geht dies wörtlicher in Erfüllung als in der Dornsavanne des Massailandes. Daneben gibt es Termiten, die alles untergraben und Holz zerstören, Killerbienen, Schlangen, Löwen, Leoparden und Skorpione inbegriffen. Dazu kommen die tropischen Schmutzkrankheiten; selbst kleine Verletzungen werden bei den unzähligen Fliegen schnell zu Geschwüren.
Oft hört man von Besserwissern und Ethnologen: „Lasst diese Kulturen, wie sie sind; die Menschen sind auch so glücklich!“ Jenseits jeglicher Urvolk-Romantik ist dieses Argument jedoch schnell durch erschreckende Tatsachen entlarvt. Polygamie und Promiskuität kennzeichnen die Lebensweise der Massai, traditionell gibt es keine Familien in unserem Sinne. Die Folgen heute: AIDS grassiert.


Die Bibel sagt uns, dass der Schöpfer alle Menschen dieser Erde als seine Geschöpfe liebt. Der Missionsauftrag Jesu an seine Jünger kennt keine Kulturbarrieren. Wenn am Ende der Tage aus allen Völkern, Nationen und Sprachen Menschen vor dem Thron des Weltenrichters stehen werden, dann schließt dieses „alle“ auch die Massai ein. „Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen alle Schatten hinter dich!“ Im Massailand mit dem scharfen Kontrast zwischen Licht und Schatten verstehen die Menschen dieses Sprichwort. Und dann können wir von Jesus reden, dem Licht der Welt. Wenn wir uns ihm zuwenden, unser Leben nach ihm ausrichten, fallen die Schatten unseres Lebens – Not, Krankheit, Sünde – hinter uns. Wer auf das Dunkle, die Schatten blickt, wird stolpern. Wenn Gottes Wort unseres Fußes Leuchte ist, gehen wir sichere Wege.