Die Arbeit im Massailand beginnt

Ein Bericht von Brigitte Winkels

Nach einer abenteuerlichen Fahrt auf einem alten Container-Schiff erreichten wir nach einigen Wochen Dar es Salaam an der Küste Ost-Afrikas. Unsere beiden LKWs  wurden entladen und wir konnten uns in der mobilen Missionsstation einrichten. Die Hitze und der Gestank im Hafen waren unbeschreiblich. Hunderte von Fliegen belästigten uns. So mussten wir es einige Wochen lang aushalten, da wir ein wichtiges Papier für unsere LKWs  in Deutschland vergessen hatten. Als die Papiere endlich da waren, konnten wir den Hafen verlassen. Dennoch war die Zeit des Wartens dort nicht umsonst, da wir durch die lokalen Gemeinden in Dar es Salaam Kontakt zu dem damaligen Direktor der Bibelschule der TAG, Tanzania Assemblies of God, bekamen. Er erzählte uns überglücklich, dass er und auch andere Geschwister seiner Kirche schon jahrelang im Gebet um Hilfe gebetet hätten, damit die Massai mit dem Evangelium erreicht werden könnten. Zusammen mit ihm und einigen seiner Bibelschüler machten wir uns mit unseren Fahrzeugen auf den Weg nach Kibaya, in das Herz des Massailandes in Tansania. Dort schilderten wir unser Vorhaben und bekamen von Vertretern der Regierung ein Stück Land in Orkesumet zugeteilt. Allerdings wurde uns zur Auflage gemacht, eine kleine medizinische Ambulanz zu erstellen.

 

Unterwegs mit unserem ersten Geländefahrzeug

Nun hatten wir die Kontakte und das zugeteilte Stück Land. Mit der Unterstützung unserer Missionsfreunde in der Heimat begann der Aufbau der Missionsstation in Orkesumet. 1987 erklärten sich auch meine Brüder Michael und Steffen zur Mitarbeit bereit. Jährlich verbrachten wir ca. 8 Monate in der Steppe, abgeschlossen von der Außenwelt. Oft hatten wir wochenlang keine Nachricht von zu Hause. Wir mussten von dem Wasser aus den Wasserlöchern der Massai leben, das Leben war primitiv, gespickt von Gefahren durch Krankheit, Schlangen, Leoparden, Killerbienen usw. Wir waren oft einsam, aber doch dankbar und froh, dass wir durch unseren Einsatz mithelfen konnten, dass das wunderbare Evangelium ins Massailand kam. Zuerst wurde auf dem Gelände die Kirche gebaut und dann das Missionshaus sowie die Buschklinik mit einigen Nebengebäuden. Wir rodeten dafür Buschland und mit Hilfe eines Traktors konnte auch Ackerfläche angelegt werden. Durch das Farmland konnten wir die Bibelschule der TAG in Arusha, unsere Station und auch die Armen in der Umgebung mit Mais und Bohnen versorgen. Gleichzeitig halfen wir mit, mehrere Zweiggemeinden der TAG zu gründen und nach Wasser zu bohren. In dieser Zeit erlebten wir sehr viel Hilfe und Bewahrung von Gott.

 

mobile Missionsstation

Wenn wir nach den monatelangen Missionseinsätzen im Busch nach Deutschland flogen, um uns für kurze Zeit zu erholen, kam Vater zusammen mit unserer Mutter in die Steppe, um weiterzuarbeiten, da wir die Station oft nicht zu lange allein lassen konnten.

 

1993/94 gründete unser Vater Erhard Winkels mit der finanziellen Unterstützung unserer ASAF-Missionsfreunde die zweite Station in Namalulu im Massailand. Dort ließ er erfolgreich nach Wasser bohren und die Mission konnte ein eigenes Bohrfahrzeug erwerben. Etwas später bekam Vater Kontakt zu Bohrmeister Paul Gottschling in Deutschland. Um Vater und Herrn Gottschling bildete sich ein Team, das zusammen noch weitere Brunnen bohrte. Das Wasser war und ist für viele eine große Hilfe. Durch eine großzügige Spende von einem Unternehmer-Ehepaar wurde 2005/2006 das Buschkrankenhaus JAHWE RAPHA errichtet. In dieser Zeit entstanden einige weitere Gebäude auf der Missionsstation in Namalulu. Auch der staatlichen Schule in Namalulu wurde mit der Errichtung neuer Gebäude durch die Mission geholfen. Kleine Buschkirchen entstanden im Massailand. Armen und Notleidenden konnte bisher durch die treue Unterstützung unserer Missionsfreunde viel geholfen werden.

 

 

 

Bei den Massai

 

Bei den Massai

 

Skorpione


Skorpione gab und gibt es viele

 

 

 

 

Die mobile Missionsstation
mit der provisorischen Kirche